Herzlich Willkommen.
Sie sind Besucher Nr.:
12.937.148

Volltextsuche



 

 03 Touristische Zusammenarbeit im Albtal

Touristische Zusammenarbeit bei "Albtal Plus"

Auf dem touristischen Sektor wollen die Albtalgemeinden enger zusammenarbeiten. Geplant ist eine Kooperation unter dem Namen "Albtal plus", über die seit fast zwei Jahren die Gemeinden Bad Herrenalb, Dobel, Ettlingen, Karlsbad, Malsch, Marxzell und Waldbronn Gespräche führen. Vorgestellt wurde die Kooperation im Gemeinderat durch Karin Zahn-Paulsen von der Kurverwaltung Waldbronn. Nach kurzer Beratung billigte der Gemeinderat einstimmig das Vorhaben.
Die beteiligten Kommunen versprechen sich von einem Zusammenschluss viele Vorteile, eine Weiterentwicklung der Freizeitwirtschaft in den einzelnen Gemeinden und eine bessere Positionierung der jeweiligen touristischen Einrichtungen in der Region. Auch Waldbronn werde von einem überörtlichen Zusammenschluss auf touristischer Ebene profitieren, denn, so Zahn-Paulsen, im Wettbewerb mit anderen Regionen hätten Kommunen als "Einzelkämpfer“ inzwischen schlechte Chancen. Es gelte, gemeinsam die Stärken der Region zu nutzen sowie die Schwächen auszugleichen und abzubauen.
Durch die Gründung einer marktgerechten Organisationseinheit solle das vorhandene touristische Potenzial und die Freizeitangebote der Region "Albtal plus“ weiter entwickelt und deren Attraktivität und touristischer Wert gesteigert werden. Ziel sei, mehr Besucher anzuziehen, zunächst vor allem Naherholungssuchende aus der Region.
Zudem sei die Freizeitwirtschaft ein ökonomischer und gesellschaftlicher Faktor von hohem Wert. In keiner anderen Branche fänden so viele Menschen Arbeit und Beschäftigung wie im Tourismus. Hiervon solle das Albtal künftig noch mehr profitieren, nachdem hier gerade im touristischen Bereich großes Entwicklungspotenzial bestehe. Auch in Waldbronn sei die Gesundheits- und Freizeitwirtschaft ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor, betonte Zahn-Paulsen. Eine Auswertung auf der Basis der Übernachtungszahlen und Anzahl der Tagesreisen in Waldbronn aus dem Jahre 2010 erbrachte eine Nettowertschöpfung von rund 3.256.000 € und einen Arbeitsplatzeffekt von 628 Vollzeitarbeitsplätzen. Der örtliche Einzelhandel, die Gastronomie und Hotellerie zählten zunächst zu den Hauptnutznießern der Gäste. Allerdings profitieren von den sich hieraus ergebenden Synergieeffekten alle Branchen und somit auch die Region insgesamt.
Ziel sei, den Tourismus im Albtal professionell und zentral zu organisieren. Eingebunden werden solle auch die Privatwirtschaft. Vom geschärften Profil und den starken Themen im Albtal könne das Albtal effektiv vermarktet werden, wodurch sich auch der Bekanntheitsgrad der einzelnen Kommunen erhöhe, wenn das Albtal als Einheit mit großem, attraktivem Freizeitangebot wahrgenommen werde. Dazu komme, dass sich die Angebote der Albtal-Kommunen ausgezeichnet ergänzten, jeder Ort aber seine Besonderheit und Identität wahre. Bei gemeinschaftlicher Mitgliedschaft in überregionalen Organisationen könne das Albtal als professioneller und starker Partner auftreten, die einzelnen Kommunen könnten dadurch Geld einsparen.
Nachdem sich in den vergangenen zwei Jahren in einzelnen Projekten eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen den Kommunen entwickelt und die Hotel-Initiative "Albtal“ bereits erste Schritte umgesetzt habe, sollte die Zusammenarbeit in eine geeignete Organisationsstruktur gebracht werden. Die Vorstellung gehe soweit, dass künftig eine gemeinsame Geschäftsstelle die Aufgaben zentral für das Albtal erledigt, die beteiligten Gemeinden lieferten lediglich entsprechende Angebote und notwendige Daten.
Auch über die Kosten informierte Karin Zahn-Paulsen. In einer ersten Konzeption wurde ursprünglich mit einem Budget in Höhe von rund 300.000 € kalkuliert, der Ansatz wurde inzwischen auf geschätzte Gesamtkosten von 223.000 € pro Jahr reduziert. Diese Kosten sollen dadurch gedeckt werden, dass die Gemeinden das Budget, welches bisher für die eigene kommunale Werbung eingesetzt wurde, in den Pool "Albtal plus“ einbringen. Für Waldbronn würde dies eine Kostenbeteiligung in Höhe von ca. 11 % des geplanten Budgets, d.h. rund 25.000 € bedeuten.
Bürgermeister Franz Masino ergänzte, dass die Planung "etwas hakte", weil man erst die Oberbürgermeisterwahl in Ettlingen abwarten wollte. Andere Kommunen wie Karlsbad seien inzwischen in Vorleistung gegangen und haben das Projekt bereits "durchgewunken". Ein gemeinsames Büro komme für ihn nur in Ettlingen, dem Tor zum Albtal, in Frage.
"Es ist höchste Zeit, dass wir an ein solches Projekt herangehen", sagte Marianne Müller (SPD). Es sollte kein Problem sein, dafür 25.000 Euro auszugeben. Es sei erfreulich, dass sich auch umliegende Gemeinden jetzt anschließen, sagte Roland Bächlein (CDU). Eine bessere Qualität zu einem günstigeren Preis werde so möglich. Auch er sprach sich für Ettlingen als Sitz der Geschäftsstelle aus. Prof. Dr. Kristian Kroschel (FW) fragte nach dem Einstieg von Privaten und sah noch Beratungsbedarf. Als positiv wertete er, dass Einzelmitgliedschaften in touristischen Organisationen aufgegeben werden könnten.

Zur Tagesordnung>>

[<< Übersicht] [<<02 Forstwirtschaftsplan] [04 Stadtbahn und Ostumfahrung>>]