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 04 Stadtbahntrasse und Umgehungsstraße

Stadtbahn "Ja", aber auf anderer Trasse
Ostumfahrung Reichenbachs wurde vertagt

Auf diesem Plan verlaufen die Straßenbahn (rot) und die K 3561(braun)  noch parallel


Der Tagesordnungspunkt Verlegung der Kreisstraße und Neubau einer Stadtbahntrasse hatte zahlreiche Zuhörer in den Bürgersaal gelockt. Es ging dabei um nicht weniger als eine Beratung und Beschlussfassung über das Stadtbahnprojekt und über das Straßenbauprojekt. Dabei, so Bürgermeister Franz Masino, gehe es um die "Beerdigung" der 2001 angedachten Trasse, keinesfalls aber um eine Beerdigung des Stadtbahnprojekts nach Waldbronn.
Aufgegeben hat der Gemeinderat auf Vorschlag der Verwaltung aus baulichen und finanziellen Gründen bei zwei Enthaltungen die Idee einer Stadtbahntrasse durch die Talstraße zum Rathausmarkt mit Anbindung an die Stadtbahntrasse Karlsruhe – Karlsbad und beim Nachbarschaftsverband wird beantragt, die im Flächennutzungsplan eingetragene Trasse zu streichen. Gleichwohl fordert die Gemeinde aber bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung im Interesse aller Einwohner dringend eine Straßenbahnverbindung zum Ortszentrum. Es müsse aber eine Trassenführung gefunden werden, die sich baulich und finanziell zügig realisieren lasse. Zurückgestellt wurde der Antrag auf Verlegung der Kreisstraße als Ostumfahrung Reichenbachs. Gleichzeitig solle der Gemeinderat aber ein klares Signal geben, die Idee der Entlastungsstraße weiter zu verfolgen.
Die Vorgeschichte beider Projekte erläuterte Rechtsamtsleiter Harald Irion. Bei der Kreisstraße reicht sie zurück bis ins Jahr 1982. Eine Gesamtplanung wurde dem Gemeinderat 1988 vorgestellt. 1998 kam schließlich die Stadtbahn dazu und der Gemeinderat beschloss mehrheitlich, dass beide Trassen in einem Planfeststellungsverfahren eingebracht werden sollen. Geschätzte Kosten waren 7 Mio. DM für die Straße und 15 Mio. für die Stadtbahntrasse. 2004 stellte sich heraus, dass die AVG-Planung im Landkreis keine Priorität genießt.
Das Straßenbauprojekt ist jedoch weiterhin im Investitionsprogramm des Landkreises enthalten. So sind für 2014 insgesamt 1,5 Mio. Euro und weitere 4,9 Mio. für die Jahre 2015 – 2017 vorgesehen. Diese Verlegung der Kreisstraße 3561 als Ortsumfahrung von Reichenbach hat für die Gemeindeverwaltung nach wie vor besondere verkehrliche Bedeutung. Zusätzlich könnte der in der L 562 am Ortseingang Reichenbach aus Richtung Langensteinbach vorgesehene Kreisel zu einer Geschwindigkeitsreduzierung führen, die von vielen Anwohnern seit Jahren gewünscht wird.
"Das Stadtbahnprojekt ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht realistisch", sagte Klaus Bechtel (SPD). Wichtig sei aber die Umgehungsstraße, um Stuttgarter- und Pforzheimer Straße zu entlasten. Die Planung für die Straße weiterführen, forderte auch Ralf Störzbach (FW). Wenn die Planung dann konkret werde, müsse auch über Lärmschutzmaßnahmen nachgedacht werden. Die Stadtbahntrasse allerdings, gleich in welcher Form, sei "mausetot". Deshalb dürfe kein Cent mehr in die Planung dafür fließen. Die bisherige Trassenführung der Stadtbahn könne problemlos gestrichen werden, meinte Udo Mackert (CDU). Die Ostumgehung bewirke aber nur eine Umlegung des Verkehrs. Die Trasse sollte weiter östlich geplant werden, da sie sonst immer noch "im Dorf" verlaufe. Für eine neue Planung sprach sie auch Prof. Dr. Kristian Kroschel (FW) aus und forderte: "Wir brauchen eine wirkliche Umgehung für Reichenbach!" Nochmals vernünftig nachdenken einem Beschluss regte Roland Bächlein (CDU) an. Während der Bürgermeister davor warnte, dass die Straße wieder aus dem Investitionsprogramm des Kreises herausfallen könnte, wies Harald Irion auf die innere Logik der Trassenführung hin, die für die Struktur Waldbronn wichtig sei, da sie auch wesentliche Gebiete Reichenbachs mit dem Einkaufszentrum am Rathausmarkt verbinde. Manfred Hübscher (CDU) schlug als Trasse eine Verlängerung der Talstraße und dann hinter Polytec zur Pforzheimer Straße. Diese Streckenführung sei aber wesentlich länger als die bisher angedachte und werde vom Kreis wahrscheinlich nicht finanziert, erwiderte Irion. Der Gemeinderat folgte schließlich der Anregung des Bürgermeisters, über die Umgehungsstraße in dieser Sitzung nicht zu entscheiden, da noch Beratungsbedarf bestehe.

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